Rails Konferenz, die Nachlese

rails-konferenz.de

Thomas Ziegler

Das war sie nun also, die erste deutschsprachige Rails Konferenz in Frankfurt.

Vorneweg sei gesagt, dass meine Ausführungen hier als konstruktive Kritik verstanden werden sollen. Dafür, dass die Veranstaltung zum ersten Mal stattfand und im Vorfeld auch etwas holprig anlief, trafen sich schlussendlich über 80 Rails-Begeisterte und -Interessierte, und das auch nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet.

So, nun aber raus damit.

Ich bin der Meinung, dass sowohl Publikum als auch Vorträge vom Anspruch her etwas zu sehr auseinander lagen. Und ich meine dabei jeweils die Gruppe in sich, nicht Publikum zu Vorträgen oder Vorträge zu Publikum. Thomas Baustert stellte kurz vor Schluss die Frage, wer mit Rails bereits sein Geld verdient. Daraufhin hoben (grob hochgerechnet, ist ja keine Bundestagswahl) 20-30% die RSI-geplagten Hände. Gleichzeitig befanden sich aber eine etwa gleichgrosse Anzahl Teilnehmer im Publikum, die noch am Tag zuvor Thomas’ Ensteiger-Workshop beigewohnt haben und dort wahrscheinlich das erste Mal in tatsächlichem Praxiskontakt mit Rails waren.

Ähnlich war es bei den Vorträgen. Neben einem Vortrag der “nur” RJS als Technik vorstellt, gab es tiefgreifende Vorträge wie den über “Extreme Testing” von Jens-Christian Fischer und die deprimierende Ruby-Performance Analyse von Stefan Kaes. Wobei halt! Sie liefen eben gerade nicht parallel, so dass sich die Teilnehmer nach Kenntnisstand hätten aufteilen können. Letztgenannte Vorträge liefen sogar gleichzeitig, wodurch ich mich durchaus hin- und hergerissen fühlte. Wenn man schon zwei Tracks anbietet, sollte man diese doch eigentlich auch zur besseren “Programmplanung” für die Teilnehmer einsetzen.

Generell muss man sich wahrscheinlich einfach überlegen, welche Zielgruppe man insgesamt ansprechen will. Und das ist sicherlich etwas, was man zugegebenermassen bei der ersten Konferenz dieser Art schlicht und ergreifend nicht richtig machen kann. Aber jetzt, wo eben gerade auch eine RailsConf Europe nach Berlin kommt, liegt es vielleicht nahe, eben nicht die Hardcore Railer anzusprechen, sondern diejenigen, denen man mit Code Camps und Tutorials wirklich noch etwas beibringen kann.

Publikum

Eventuell sollte man bei der Registrierung der Teilnehmer schon irgendwelches Know-How abklopfen (nicht im Sinne von “Nenne 3 bekannte Ruby Idiome”, sondern eben “Ich mache mit Rails a) nix b) bisschen c) viel”). Danach könnten dann Redner rekrutiert und Vorträge vorbereitet werden, und diese dann sinnvoll nach Anspruch in parallel-laufende Tracks aufgeteilt werden.

Was auch sicherlich sinnvoll ist, wäre eine Möglichkeit der Kommunikation für die Teilnehmer vor und nach der Konferenz. O’Reilly bietet für seine Conferences immer ein simples Wiki an. Wir wissen alle, wie schüchtern Geeks sein können und wenigstens mal einen Namen oder eine Firma irgendwo zu lesen, sich über Abendverköstigungen auszutauschen oder nochmal Fragen zu Vorträgen zu posten würde der Sache sicherlich helfen. (Ja, ich weiss, der Name steht auch auf den Namensschildern, aber dazu muss man sich erstmal peinlich heranpirschen.)

Ansonsten fand ich das NH-Hotel Frankfurt wirklich klasse, auch das gestellte Personal. Es hat wirklich alles reibungslos geklappt. Das Essen war gut, die Verpflegung während der Sessions und in den Pausen war erstklassig. Auch der Umbau/Trennung/Zusammenführung der Konferenzräume verlief immer problemlos.

Aus Sicht eines Vortragenden möchte ich dann noch das Handmikro verfluchen. Das war wirklich nix. Und ich glaube damit hatte auch nicht nur ich ein Problem. Entweder gehört da was als Headset ans Ohr, oder zumindest ins Dekollté (falls vorhanden). (Wobei letzteres auch nicht das Problem des Kommunikationsabbruchs durch Kopfbewegung Richtung Leinwand behebt.)

Wenn auch die Windows-Fraktion mit dem Beamer etwas auf Kriegsfuss stand, war die Technik ansonsten angemessen.

Okay, genug gemeckert. War insgesamt trotzdem schön.

UPDATE: Fotos gibt’s hier — auch wenn es wegen unbeständigem Allgemeinzustand meinerseits leider weniger geworden sind als angedacht war. Mehr bei Jan.

Publikum


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